02.07.2011

Liebe Abendzeitung,...

„Wir machen hier Sport und keine Politik“! tönte die US-Trainerin vor dem WM-Spiel gegen die Frauen aus dem kommunistischen Nordkorea. Das klingt klar und unmissverständlich, ist es aber nicht. Sicher, die US-Mädels haben guten Sport geboten, Freude am Spiel gezeigt und in souveräner Manier verdient 2:0 gewonnen. Trotzdem war es wie immer auch Politik, weil es ohne gar nicht geht. Eine sportliche Weltveranstaltung dieser Art ist immer politisch.
Da sind auf der einen Seite die kommunistischen Funktionäre (wohl gemerkt nicht die Spielerinnen!) und für sie gibt es nur eine Devise: Ja nichts preisgeben, nur geheim trainieren, möglichst wenig Öffentlichkeit zulassen. Wie zu Hause eben. Es geht nur um ein Ziel und das ist klar und eindeutig: Einmal gegen den alten imperialistischen Klassenfeind gewinnen, und wenn es nur im Frauenfußball ist.
Natürlich spüren die weltoffenen und scheinbar nur am Sport interessierten Damen aus den USA einen solchen staatspolitischen Drill. Ob man will oder nicht, die politische Auseinandersetzung wird nie ganz hinter dem rein sportlichen Kräftemessen verschwinden. Das System West überrollt aufs Neue die längst überholte Weltsicht und Menschenführung eines kommunistischen Systems. Nur eben diesmal nicht auf Kriegsfeldern oder an Verhandlungstischen, sondern auf dem grünen Rasen. Mit einem Fußball! So einfach geht das.


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