01.08.2009

Liebe Abendzeitung,...

„Wie ist es, Herr Pfarrer“, frägt mich der Mann ohne Vorwarnung, „gehn die Leut jetzt mehr in die Kirche - wegen der Krise?“ Da ist sie schon wieder, diese alte Mär, die Menschen würden vor allem dann den lieben Gott suchen, wenn ihnen die Schwierigkeiten im Leben über den Kopf wachsen. Geht’s den Leuten schlecht, gehen sie auch in die Kirche! Aber wozu eigentlich? Soll jetzt der liebe Gott das weltweite Rüsten beenden, Hungerkatastrophen verhindern, den Klimawandel stoppen, unsere hausgemachte Finanzkrise lösen und gierige Investmentbanker verkloppen?
Schön blöd wär er. Wir haben doch schon alles bekommen von ihm, diese Erde, unsere Fähigkeiten und Ideen. Ganz nebenbei, wir wissen doch genau, wie wir besser und gerechter miteinander leben könnten. Ethik ist kein Luxusartikel und Raffgier war schon immer ein unanständiges Lebensprinizp. Das lernt (fast) jedes Kind auf dieser Erde. Was soll da also der liebe Gott noch ausrichten?
Natürlich kann man sich in unseren Kirchen noch zusätzlich Motivation und Anregungen für ein wirksames Krisenmanagement abholen. Hilfen dazu gibt´s in der Bibel ohne Ende! Aber das muss man dann auch wirklich wollen. „Nö“, sag ich ihm, „es ist wie immer. Es kommen halt all die Leut´, die was auf den Herrgott halten, ob es ihnen nun gut oder schlecht geht“.


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