10.10.2009

Liebe Abendzeitung,...

Über 120 000 Menschen hat die katholische Kirche in Deutschland 2008 durch Austritt verloren! Jeder vierte davon lebt in Bayern. Tendenz steigend. Anstatt diesen Katholiken wie früher pauschal einfach Glaubensverlust vorzuwerfen, fragen wir uns heute in der Kirche da schon etwas selbstkritischer, wieso es überhaupt zu einem solchen Exodus kommt?
Den Glauben eines anderen kann man ohnehin nicht messen, so als gäbe es ein „Glaubens-Thermometer“. Wegen des Glaubens an ein ewiges Leben, dem selbstlosen Engagement unzähliger Christen in unseren Pfarreien oder gar der Person eines Jesus von Nazareth wendet man sich auch kaum von uns ab. Natürlich verlassen uns etliche „Kirchensteuerflüchtlinge“ oder die berühmten langjährigen „Pfarrkartei-Leichen“. Aber da sind auch solche, die vormals fest eingebunden und mitunter sehr aktiv engagiert waren in ihren Gemeinden. Ihnen ist jegliche Identität mit dieser Kirche abhanden gekommen. Und dann ist da immer wieder die Rede vom System und der Institution. Es ist eben wie sonst im Leben: Es kommt nicht nur auf den Inhalt, sondern auch auf die Verpackung an! Eine moderne Kirche wird sich daher schonungslos den Fragen, der Kritik und den Vorstellungen der Menschen stellen müssen, will sie nicht weiterhin jährlich eine ganze Großstadt an Mitgliedern verlieren.


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