12.02.2011

Liebe Abendzeitung,...

Alle sind sie beleidigt worden. Unser Herr Jesus sowieso, dazu noch alle aufrichtigen Priester und natürlich auch er selbst. Ein frisch gebackener „Alters-Kardinal“ namens Walter Brandmüller (81) verteidigt den Papst, die kirchlichen Statuten und unseren christlichen Glauben überhaupt. Er führt einen aufopferungsvollen Kampf gegen acht CDU-Politiker, die sich doch glatt das Recht heraus nehmen, angesichts des priesterlosen pastoralen Notstands in unzähligen Gemeinden ein - von Anfang der Kirche an! - durchaus bekanntes Modell zur Abhilfe vorzuschlagen. Warum sollten denn nicht auch gute, anständige, aufrichtige verheiratete Männer Priester sein? Für Jesus von Nazareth und seinem ganz eigenen unkonventionellen Umgang mit Menschen wohl das geringste Problem.
Sie sind Politiker und hätten nicht das Recht, sich in innerkirchliche Fragen einzumischen, meint der Herr Kardinal. Klar, diese Kirche gehört ja ihm, dazu noch den Bischöfen und natürlich dem Papst, wem sonst? Der Normalchrist hat kein Recht auf neue Ideen!
Wie anders klingt es da doch bei einem Papst Johannes XXIII, der von einem „verborgenen Plan Gottes spricht, der selbst entgegengesetzte menschliche Interessen weise zum Heil der Kirche lenkt“. Also doch kein Denk- und kein Redeverbot! Klingt irgendwie hilfreicher als das Gepolter des Herrn Kardinals.


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