24.12.2010

Liebe Abendzeitung,...

„Feiern Sie Weihnachten mit oder ohne Kirche?“ wird der Schauspieler Thomas Rühmann („In aller Freundschaft“) in der Talksendung gefragt. Ruhig und selbstbewusst antwortet er: „Ohne Kirche. Ganz traditionell.“
Als praktizierender Christ mag man auf den ersten Blick erschrecken. Wie kann man nur? Weihnachten, Geburt des Gottessohnes feiern und dann nicht einmal eine Kirche betreten? Der liebe Gott geht den weiten Weg zu uns bis auf die Erde und diese Leute schaffen es nicht einmal zur Christmette! Weihnachten und Leistungsdenken gehören halt doch irgendwie zusammen.
Jetzt bitte nicht enttäuscht sein: Weder ist der Besuch eines Weihnachtsgottesdienst eine Garantie für eine intensiver erlebte Festgestaltung noch muss eine Feier ohne Kirche gleich leer und nichtssagend sein. Dagegen müssen die Amtskirchen sich darüber klar werden, dass sie eben nur ein Angebot unter vielen sind, wenn es darum geht, das Leben der Menschen auf dem ganzen Erdball mit zu gestalten. Oder positiv gesagt: Auch wir haben die große Chance, mit unserer kirchlicher Feier deutlich zu machen, dass das Geheimnis dieses göttlichen Kindes uns ganz persönlich betrifft. Auf jeden Fall: Gehören tut uns dieses Fest nicht, sondern wenn dann allen Menschen.
Erfahrungsgemäß werden die Kirchen die nächsten Tage wieder gut gefüllt sein, Gott sei Dank auch im Jahr des Missbrauchsskandals. Ausruhen aber sollten wir uns darauf dennoch nicht, sondern lieber gleich mutig und kreativ in diesen Wettbewerb der Neuzeit einsteigen.
In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!


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